Manche Menschen haben Glück, weil sie unter einem Glücksstern geboren sind, den anderen gönnt das Schicksal dagegen den Reichtum oder die Liebe. Der Familie Tolkowsky wurde jedoch ein besonderes Gespür für Diamanten und deren Bearbeitung in die Wiege gelegt. Die Geschichte der Familie Tolkowsky begann im Jahr 1810 in der polnischen Stadt Bialystok, wo Abraham Tolkowsky geboren wurde. Schon in einem relativ jungen Alter wurde er für seine Arbeit als Goldschmied respektiert. In dieser Stadt liegt der Ursprung einer familiäre Tradition, die zu einer revolutionären Kunst des Diamantenschleifens werden sollte und die bis heute besteht.

Im Jahr 1840 wanderte die Familie Tolkowsky ins berühmte Antwerpen aus. Diese Stadt bot für einen erfahrenen Diamantenschleifer und Goldschmied viele Gelegenheiten, Manufakturen und neue Technologien. Der erstgeborene Sohn von Abraham, Maurice Tolkowsky trat in die Fußstapfen seines Vaters. Sehr schnell zog er auf sich die Aufmerksamkeit und seine Reputation brachte ihm den Titel eines geltenden und anerkannten Künstlers.

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Durch den Diamantenfund im Jahr 1886 in Südafrika und der massiven Zufuhr von rohen, doch trotzdem funkelnden Steinen wurde die Stadt Antwerpen zu einer sehr wichtigen Diamantengroßmacht, die der Familie Tolkowsky einen raschen Aufstieg in der Diamantenwelt ermöglichte. Das uneingeschränkte Talent und die Kreativität der Familie Tolkowsky war in der ganzen Welt berühmt. Es geht um den Anfang der Diamantenera für diese bescheidene polnische Familie.

Auch die Brüder von Mauricius, Isadore und Sam, waren gelernte Diamantenschleifer, doch ihre Kreativität und Motivation reichte nicht an die des älteren Bruders heran. Es wurde behauptet, dass zwischen den Brüdern Feindseligkeit und Eifersucht herrschte. Insbesondere nachdem Maurice die erste Schleifmaschine erfand, die einen perfekten Schliff eines Diamanten ermöglichte.

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Im Jahr 1898 feierte Isadore die Geburt seines erstgeborenen Sohnes Marcel. Die Liebe zu Diamanten und ihrer Schönheit floss schon seit der Kindheit durch seine Adern. Niemand ahnte jedoch, dass Marcel die familie Tolkowsky zu noch größerer Berühmtheit führen sollte. Marcel Tolkowsky war ein brillanter Mathematiker und Physiker, der auf der Basis mathematischer Berechnungen den Entwurf des idealen Brilliantschliffs entwickelte, der zu einem Weltstandard wurde. Tolkowsky wurde dadurch zu einem Synonym für die Wendungen „brillant“ und „moderner Diamantenschliff“.

Inspiriert wurde er durch die Entdeckung von Henry Morse. Morse erkannte, dass der Winkel der Krone und des Pavillons einen entscheideneden Einfluss auf die Brillanz des Diamanten hatte. Tolkowsky griff dieses Wissen auf und berechnete die idealen Proportionen für geschliffene Diamanten, um deren maximales Potenzial zu entfalten. Damit ebnete er den Weg für den idealen Brillantschliff. Seine mathematischen und optischen Analysen für den Erwerb des idealen Diamantenschliffs präsentierte er an der Universität. Im Jahr 1919 veröffentlichte er ein Buch “Diamond Design”, in dem er seine Erkenntnisse über die Reflexion und Lichtbrechung in Diamanten niederschrieb.

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In diesen Jahren war der Nachname Tolkowsky schon mehr als berühmt. Sie öffneten ihren eigenes Unternehmen, das bis heute besteht. Diesen schaffte jedoch erst im Jahr 1956 der Neffe von Marcel. Gabi Tolkowsky – der berühmte Diamantenschleifer, dessen Leidenschaft für das exklusive Schaffen von Diamanten niemals endet. Im Jahr 1988 bekam dieser weltweit respektierte Experte des Diamantenschleifens einen Auftrag von Harry Oppenheimer, einen 599-karätigen rohen Diamant zu bewerten und auszuschleifen. Gabi bildete zusammen mit seinem Sohn Jean Paul ein Team, das sich die folgenden drei Jahre mit diesem Diamanten befasste. Der Prozess des Schleifens wurde in Johannesburg in Südafrika unter absoluter Verschwiegenheit durchgeführt. Die heimliche Diamantenmission endete im Jahr 1991. Aus dem rohen Diamanten war ein Kunstwerk mit einem Gewicht von 273,85 Karat geworden. Hierbei handelt es um den größten ausgeschliffenen Diamanten im Brillantschliff und der Farbe D, der auch den Namen „De Beers Centenary Diamond“ trägt. Dieses Prunkstück stellte Gabi Tolkowsky persönlich im Rahmen einer privaten Audienz bei der Königin Elisabeth II vor.

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In dem selben Zeitraum bekam Gabi ein weiteres Arbeitsangebot, das nicht abzulehnen war. Auch dank diesem wird der Name Tolkowsky für immer in die Memoiren der Diamantengeschichte eingehen. Gabi war verantwortlich für den Schliff und die Politur des größten geschliffenen Diamanten der Welt. Der Golden Jubille – der Name dieses Diamanten – wurde für den thailändischen König für die Feier seines 50. Thronjubiläums hergestellt. Dieser Diamant wog im Rohzustand 755 Karat. Der braune Diamant im Cushionsschliff besitzt 148 Facetten und ein Gewicht von 545,65 Karat. Der Vater uns sein Sohn waren also für das Schleifen von wirklich einzigartigen Diamanten verantwortlich. Heute ist Jean Paul Tolkowsky der Nachfolger von der Diamanten-Dynastie Tolkowsky.