Diamanten begleiten die Menschen schon seit 2000 Jahren. An ihre mystische Stärke glaubten auch die alten Ägypter, wo das Tragen eines Diamanten auf dem linken Ringfinger versichern sollte, dass die „vena amoris“ (die Liebesvene) aus den Fingern direkt ins Herz geleitet wird. Heute zeigen wir Ihnen die Diamantherzen der Mächtigen und Berühmten, wo die Hauptrolle die Leidenschaft, Diebstahl oder Verrat spielten.

Der Diamant Hope – eine blaue Kostbarkeit mit einem schlechten Ruf

Er ist vielleicht der bekannteste Diamant mit einer langen Geschichte, mit der sich viel Aberglaube und viele Legenden verknüpfen. Dieser blauer Diamant wiegt 45,52 Karat (ursprünglich wog er 115 Karat, sein Gewicht sank jedoch durch das mehrmalige Schleifen). Den Legenden nach wurde der Diamant Hope aus dem Auge einer Skulptur der Hindu-Gottheit Sita gestohlen und deshalb belegten ihn die hinduistischen Priester mit einem Fluch.

Im Jahr 1653 brachte ihn der französische Wanderer und Geschäftsmann Jean Baptiste Tavernier aus dem indischen Bergwerk Kollur nach Frankreich. 26 Jahre später verkaufte er ihn für 147 kg Gold und einen Adelstitel an König Ludwig XIV (der Sonnenkönig erlag jedoch dem Wundbrand und sein Nachkommen starb in einem sehr jungen Alter). Tavernier selbst geriet in einer schwierigen Situation – da er die riesigen Schulden seines Sohnes bezahlen wollte, begab er sich auf den Weg zurück nach Indien. Dort kam er jedoch auf eine grausame Art um sein Leben – er wurde von einer Meute wilder Hunde zerfleischt.

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Kommen wir noch zu dem König zurück, der dieses außergewöhnliche Juwel als „Blauer Diamant der französischen Krone“ (Le bleu de France) nannte. Die folgenden 118 Jahre war der Diamant Teil der französischen Kronjuwelen. Im Jahr 1792 – während der französischen Revolution – wurde er gestohlen. Da Diamanten unbezwingbar sind, tauchte Hope in der Juwelenszene wieder auf, konkreter in der holländischen Firma des Wilhelm Fals, welcher den Diamanten neu schleifen sollte. Der Sohn von Fals stahl den Schmuck und der Vater erlag seiner psychischen Erschöpfung und Trauer. Dem Sohn wurde wahrscheinlich bewusst, was er getan hatte, woraufhin er Selbstmord beging.

Im Jahr 1830 erwarb der sehr reiche niederländische Banker Henry Hope den Diamanten. Seit dieser Zeit trägt dieses Juwel seinen Namen (das Paradox ist, dass „Hope“ übersetzt „Hoffnung“ bedeutet). Auch hier beginnt eine Generationsdrama. Einer von Henrys Nachkommen, Lord Francis Hope, blieb fast auf dem Trockenen sitzen. Seine Frau gab dem Diamanten die Schuld für die finanziellen Schwierigkeiten sowie für den Ehezerfall.

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Ob das nicht gereicht hätte, auch die folgenden zwei Besitzer wurden ermordet. Ein türkischer Sultan, der den Diamanten im Jahr 1908 für 400 000 Dollar kaufte, erstach kurz darauf seine Frau und am Ende wurde letztendlich aus dem blutigen Thron gestoßen.

In einer weiteren Geschichte geht es um den Medienmagnat Edward McLean, dem seit dem Jahr 1911 (als er diesen Diamanten erwarb) mehrere Schicksalsschläge wie einen psychischen Zusammenbruch und eine Seelenkrankheit verfolgten. Der neuer französischer Käufer Jaques Colot verlor ebenfalls den Verstand und auch er nahm sich sein Leben.

Man sagt, dass die einzige Art, wie man sich aus dem Fluch des Diamanten befreien kann, seine uneigennützige Schenkung ist. Es muss schon etwas Wahres daran sein. Beurteilen Sie selbst! Die einzige Person, die nicht vom Unglück verfolgt wurde, war der exzentrische amerikanische Goldschmied Harry Winston. Er kaufte den Diamanten von der unglücklichen McLean Familie ab und schenkte ihn 1958 dem Smithsonian Institut in Washington D.C. Es ist überliefert, dass er den Diamanten damals in einem gewöhnlichen Geschenkpapier per Post schickte. Bis zum heutigen Tag befindet sich Hope dort, eingefasst in einem Juwel und ausgestellt wie ein mineralogisches Wunder. Sein Preis kann nicht genau beziffert werden.

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Der Diamant Koh-I-Noor – „Berg von Licht“

Einigen Legenden nach tauchte dieser wunderschöne farblose Diamant das erste Mal vor 2000 Jahren auf. Die anderen datieren ihn in das Jahr 1304. Sowieso befand sich Koh-I-Noor für 200 Jahre als eine Kriegsbeute in den Händen von Großmogulen, durch die er dann über einige Umwege zu Nadir Schah von Persien gelangte. Am Rande bemerkt, wurde dieser einige Jahre später ermordet.

Nach dem afghanischen Einfall in Indien kam er zu den Sikhs und in der Hälfte des 19. Jahrhunderts bekamen ihn die Briten, genauer eine bekannte Ostindische Firma, die ihn anschließend der Königin Viktoria schenkte.

„Derjenige, der diesen Diamant in Besitz hat, wird die ganze Welt besitzen, doch er erkennt auch alle seine Unglücke. Nur der Gott oder eine Frau dürfen ihn straflos tragen“, besagt eine alte hinduistische Prophezeiung. Eine andere Prophezeiung lautet: „Ein englischer Herrscher, der diesen Stein besitzen wird, verliert die Perle des britischen Reiches – die Indien“.

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Die englische Königin Viktoria sollte angeblich solchen Prophezeiungen glauben und deswegen legte sie in ihrem letzten Willen fest, dass kein männlicher Thronnachfolger diesen Diamanten jemals auch nur anfassen dürfe. Viktoria ließ den Stein zweimal Schleifen (die Größe wurde von 186 Karat auf die heutigen 108,93 Karat zerkleinert) und dann vergab sie ihn der Ehefrau des britischen Herrschers.

Da die Königsjuwelen immer nur die besten Diamanten eingesetzt wurden, ließ die Königin Elisabeth (die Ehefrau von Georg VI.) diesen in ihre hoheitliche Krone einfassen. Bis heute gehört Koh-I-Noor zu den britischen Kronjuwelen – er befindet sich in dem oberen Teil der Königskrone.

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Der Diamant Black Orlov – Das Auge von Brahma´s Diamant (Eye of Brahma Diamond)

Dieser untraditionelle 67,5-karätiger Diamant wurde von einem unbekannten Mönch aus dem hinduistischen Heiligtum im Norden Indiens gestohlen. Im Jahr 1932 nahm ihm der Diamantenhändler J. W. Paris ihn mit in die USA. Kurz danach beging er Selbstmord, indem er aus einem Wolkenkratzer sprang. Ein tragisches Schicksal erlitten auch seine späteren Besitzerinnen, die zwei russischen Prinzessinnen Leonie Galitzine-Bariatinsky und Nadia Virgin-Orlov, nach der der Diamant benannt wurde.

Später kaufte Charles F. Winson diesen geheimnisvollen Diamant Black Orlov. Im Jahr 1950 wurde dieser Diamant in 3 Teile geteilt. Seit dem ist angeblich mit solchen unglücklichen Geschichten Ruhe.

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Die Verteidigung der „verfluchten“ Diamanten

Obwohl diese drei einzigartigen Diamanten hinter sich einen wirklich gespenstigen Lebenslauf haben, muss man bedenken, dass ihre bewegte Geschichte auch mit den damaligen bewegten Zeiten zu tun hatte. Unruhen, Kriege, unzureichende ärztliche Bewusstheit – das alles sind Faktoren, die für diese Legenden verantwortlich sein könnten. Im Endeffekt ist es nur Ihnen überlassen, auf was Sie glauben. Was denken Sie? Waren diese Diamanten wirklich verflucht?