Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was alles Ihr Diamant durchleben musste, bevor dieser in Ihrem Schmuckkästchen sein Platz fand? Die ersten Edelsteinschleifereien wurden circa im 15. Jahrhundert gegründet. Bis dahin wurde der Schmuck mit Diamanten geschmückt, die nicht berarbeitet waren und Ähnlichkeit mit Glasstücken aufwiesen. Erst nach dem Ausschleifen der Facetten entsteht ein wunderschöner funkelnder Stein, der Sie schon auf dem ersten Blick mit seiner Schönheit zum Staunen bringt. Ein Rohstein kann etwa 40 bis 50 Prozent seines Gewichts verlieren, bis er in ein wunderschönes Juwel umgearbeitet wird. Die Berarbeitung von Diamanten ist also sehr aufwändig und erfordert viel Erfahrung. In unserem neuen Beitrag schauen wir uns den Bearbeitungsprozess von Diamanten genauer an. Obwohl es heutzutage verschiedene moderne Techniken gibt, bleiben menschliche Fertigkeiten immer noch unersetzbar.

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Das Begutachten

Beim Begutachten wird der Stein vermessen, um herauszufinden, welche Schliffform am besten geeignet ist: Brillantschliff, Princessschliff, Tropfenschliff, Ovalschliff, usw.

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Das Spalten

Damit der Stein die gewünschte Größe erhält, ist es notwendig, den Rohdiamanten auf zwei oder mehrere Teile entlang der Spaltlinien zu teilen. Dabei geht es um eine der ältesten Methoden der Bearbeitung von Diamanten, die schon seit Jahrhunderten genutzt wird. Bei der Spaltung wird der Rohdiamant in einem Halter befestigt. Dann wird mit Hilfe eines scharfen Diamanten eine Kerbe in den Rohdiamant geschnitten, die als Ansatzstelle für die Klinge dient. Durch leichte Schläge auf die Klinge kann der Diamant geteilt werden.

100378441 - raw diamonds isolated on black background.

Das Sägen

Der zerkleinerte Stein kann nun gesägt werden. Beim Sägen von Diamanten kommen spezielle Sägeblätter, die einer Ölschicht und Diamantpulver ausgestattet werden, zum Einsatz. Eine gewisse Geschichtlichkeit ist hierbei sehr wichtig. Der verarbeitete Diamant wird in einer Schneidemaschine befestigt. Dafür wird eine Mischung von Gips und Kalkstein genutz, welche anschließend verhärtet. Interessant ist die Tatsache, dass das Sägeblatt eine Frequenz von ca. 10 000 – 15 000 Drehungen pro Minute erreicht. Es wird deshalb empfohlen 1 mm pro Stunde zu sägen. Daraus folgt, dass man beim Sägen von Diamanten sehr geduldig sein muss. Eine andere Variante ist der Einsatz von Lasern.

Das Abrunden

Jetzt muss der gespaltene Diamant noch in eine abgerundete Form gebracht werden. Bei diesem Prozess wird der zu schleifende Diamant auf einen Reibstab angebracht und an einem anderen Diamanten gerieben. Es kommt zur Reibung und somit zur Abrundung der Kanten.

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Das Schleifen

In dieser Phase bekommt der Diamant schon seine finale Form. Der Diamant ist im Halter der Schleifmaschine befestigt. Für das Schleifen werden spezielle, aus Stahl hergestellte Scheiben verwendet, die mit einer Schicht von Diamantpulver ausgerüstet sind. Durch das Schleifen bilden sich auf der Diamantoberfläche Facetten, die u.a. auch den Lichtbruch im Diamanten beeinflussen.

Die Machinen für die Bearbeitung von Diamanten durchlaufen eine stetige Entwicklung. Es werden immer fortgeschrittenere Maschinen genutz, die mit Computern verbunden sind und somit können diese eine maximale Präzision erreichen. Nichtsdestotrotz nimmt der menschliche Faktor eine unersetzbare Rolle bei der Verarbietung von Diamanten ein.

60064903 - closeup image of hands of a person cutting a diamond