Das Gold faszinierte die Menschen schon seit tausenden von Jahren. Diente es damals hauptsächlich zur Anfertigung von edlem Schmuck und Münzen, findet es seit einigen Jahren auch Verwendung in der Elektroindustrie und der Technik. Aufgrund seines hohen Wertes und des stetigen Bedarfs hat das schillernde Edelmetall viele Abendteurer, seriöse Betriebe aber auch ganze Staaten in seinen Bahn bezogen, die für die Goldgewinnung nicht gerade niedrige finanzielle Mittel einsetzten. So wurden im Laufe der Zeit immer weider neue Techniken und Methoden entwickelt, umd die Goldgewinnung noch effizienter zu gestalten.

Etwas aus der Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann der Mensch das erste Gold aus der Erde zu fördern begann. Dennoch weisen historischer Funde aus Bulgarien daraufhin, dass bereits 4300 v. Chr. Gold abgebaut und verarbeitet wurde. Es lässt sich spekulieren, dass es eine zufällige Entdeckung von oberflächnahem Gold war, die das Interesse für das wertvolle Edelmetall weckte. Alle großen antiken Zivilisationen kannten bereits das Gold und schrieben ihm einen hohen Wert zu. Deswegen wurde das Gold auch als Zahlungsmittel, für Schmuck und sogar für rituelle Gegenstände verwendet.

Die alten Ägypter waren wahrscheinlich die Ersten, die das Gold effektiv und in großen Massen förderten. Deren Technik wurde von den Römern verbessert. Die Vorliebe der Römer für das Gold führte zu einem stetig wachsenden Bedarf nach dem Edelmetall, weshalb neue Technologien für die Goldgewinnung entwickelt wurden. Dazu gehörte zum Beispiel die hydraulische Goldgewinnung, die die Goldgewinnung in größeren Mengen ermöglichte.

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Im Mittelalter sowie in der Neuzeit gehörte die slowakische Stadt Kremnitz zu den wichtigsten Bergbaustädten der Welt. Diese Bergbaustadt wurde durch die Reinheit des Goldes, das in den umliegenden Bergen gefördert wurde, berühmt. Weiterhin zeichnet sich Kremnitz durch die Produktionshöhe und ein Münzhaus aus, dass mit seinen Dukaten berühmt geworden ist. Diese galten als die hochwertigsten Zahlungsmittel in Europa.

Das 19. Jahrhundert war die Zeit des Goldrausches. In dieser Zeit zog es viele Arbeiter in der Hoffnung auf Reichtum mitsamt ihren Familien zu den Fundorten, um selbst nach dem Gold zu schürfen. Die bekanntesten Fundstellen lagen in Kalifornien und an der heutigen Grenze zwischen Kanada und Alaska, genauer in dem Gebiet um den Klondike River. Durch das Gold konnten einige Menschen reich werden, jedoch gelang dies eben nur einer kleinen Anzahl von Goldgräbern. Heute gehören China, Australien und Russland zu den größten Weltproduzenten von Gold.

Methoden der Goldgewinnung

Man kann in der Regel die Methoden der Goldgewinnung auf zwei große Kategorien aufteilen. Die erste Kategorie umfasst die älteren und mechanischen Methoden. Dazu gehört die Goldwäscherei. Zu der zweiten Kategorie gehört die Goldgewinnung durch den Bergbau, also die Gewinnung des Golderzes und die anschließende Abtrennung des reinen Goldes.

Die Goldwäsche

Da das Flussgold oft in seiner reinen Form vorkommt – Goldene Nuggets, Goldflitter, Goldstaub oder Goldkorn, gehört das Goldwaschen zu den einfachsten und ältesten Methoden. Das fließende Wasser hat das Gold vollkommen abgewaschen, welches sich dank seiner Dichte auf den Boden von Flüssen festgesetzt hat. Obwohl die Gewinnung von Flussgold technologisch und finanziell weniger ansrpuchsvoll ist, ist diese Methode für die kommerzielle Goldgewinnung nicht geeignet. Deswegen betreiben hauptsächlich Individuen – Enthusiasten oder Abenteurer – diese Art der Goldgewinnung. Für die Methode sind eine Goldwaschphanne und Geduld ausreichend.

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Eine weitere Methode der Goldwäsche ist das Ausspülen. Das Prinzip ist der Goldwäsche in der Goldwaschpfanne ähnlich. Das Gold wird zusammen mit Sand und Kies in speziellen, mit Lächern versehenen Boxen ausgespült, in die das Gold dank seiner höheren Dichte einsinkt. Diese Methode wird auch auf einem kommerziellen Niveau praktiziert. Dabei werden schwere Maschinen wie Bagger oder Bulldozer verwendet, die eine erhebliche Auswirkung auf die Umgebung haben.

Durch diese beide Methoden wird das Gold gewonnen, das nicht chemisch in das Gestein gebunden ist, sondern in reiner Form in Ablagerungen, Sand oder Kies vorkommt. Ihr Prinzip ist sozusagen gleich. Die Gravitation und das Wasser lösen das schwere und dichtere Gold von seiner Umgebung.

Die Gewinnung aus dem Goldgebirge

Heutzutage stammt die Mehrheit des weltweit geförderten Goldes aus goldhaltigem Gestein, dem Golderz. Um das Gold aus diesem Gestein zu lösen, wird in erster Linie auf chemische Mittel zurückgegriffen, was ökologisch wesentlich anspruchsvoller ist und größere Eingriffe in die Umwelt erfordert, sowie eine Menge an toxischen Abfall hinterlässt.

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Das Golderz wird auf zwei Arten gewonnen. Entweder durch den Abbau von oberflächennahen Goldbeständen (Tagebau) oder durch den Abbau von tiefer in der Erde gelegene Golderz (Untertagebau). Beim Tagebau werden mehrere Meter tiefe und Kilometer weite Gruben ausgehoben. Typische Beispiel sind der Grasberg-Minenkomplex in Indonesien, die Fort Knox Mine in Alaska oder der Muruntau-Minenkomplex in Usbekistan. Letzterer hat eine Tiefe von ca. 600 m, eine Länge von 3,5 km und eine Breite von 2,5 km und gilt derzeit als größte Goldmine der Welt. Beim Untertagebau werden dagegen tiefe Stollen und Schächte gegraben, um an das Erz zu gelangen. Wie kann man jedoch das Gold aus dem Goldgebirge gewinnen? Mechanisch funktioniert es nur teilweise, deshalb kommt die Chemie zur Hilfe.

Das Gold vom Gestein abtrennen

Zu den bekanntesten Methoden gehört der Einsatz von Cyanid. Das Natriumcyanid (NaCN) wird zusammen mit Aktivkohle und Wasser dem gemahlenen Erz hinzufügt. Es verbindet sich mit dem Gold zu einem Komplex und ermöglicht damit die Ablösung des Goldes aus dem Gestein. Mit weiteren chemischen Prozessen wird anschließend das reine Gold aus der Verbindung getrennt. Diese Weise der Verwendung von Cyanid bringt allerdings erhebliche Gefahren für die Umwelt, da Cyanid bereits in winzigen Mengen sehr toxisich ist und das Verfahren in Becken unter freiem Himmel erfolgt.

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Zur weiteren Methode gehört die sog. Amalgamation. Es ist eine relativ einfache Methode, die oft in Ländern der dritten Welt durchgeführt wird. Amalgamation wird hauptsächlich von Individuen oder kleinen Firmen angewendet. Das zerkleinerte goldhaltige Gestein wird mit Quecksilber vermischt. Das Gold bindet sich an das Quecksilber und es entsteht das flüssige Amalgam. Anschließend wird das Amalgam erhitzt, sodass das Quecksilber verdampft und nur das reine Gold übrig bleibt. Gerade Quecksilber ist bei dieser Methode der Stein des Anstoßes, denn es gilt als extrem gesundheitsschädigend. Die, durch das Erhitzen entstandenen, giftigen Dämpfe schädigen die Organe und das neurologische System der Berfarbeiter. Die Golderzgewinnung hat einen viel größeren Wirkungsbereich als die Goldwäsche. Nur wegen dem Ausmaß dieser Tätigkeiten, der Menge des Abfallmaterials und der Nutzung von toxischen Stoffen ist die Gewinnung von Golderz und die daraus anschließende Gewinnung des reinen Goldes für die Natur eine große Belastung.