Das Diadem gehört zu den Schmuckstücken, die gewöhnlich bei besonderen Anlässen getragen werden. Das Besondere am Diadem ist, dass es schon seit der Antike nur von bedeutsamen Menschen getragen wurde und daher in den Königshäusern zahlreicher Länder ein fester Bestandteil der Kronjuwelen ist. Heutzutage muss eine Frau allerdings keinen adligen Ursprung haben, um ein Diadem tragen zu können. Trotzdem wird es immer noch vorwiegend bei besonderen Festlichkeiten, wie zum Beispiel Hochzeiten, Bällen oder anderen Gesselschaftsaktionen getragen.

Manchmal wird das Diadem unkorrekt als “Tiara” bezeichnet. Im Englischen ist “tiara” durchaus die richtige Bezeichnung für ein Diadem. Im Deutschen bezeichnet dieses Wort aber speziell die Papstkrone, auch bekannt als die römische Krone. Der Frauenschmuck heißt Diadem.

Etwas zur Geschichte

Die Geschichte es Diadems reicht bis in die Antike zurück. Zu dieser Zeit wurden Diademe von bedeutsamen Frauen und Männern getragen. Das Wort “Diadem” hat sogar einen persischen Ursprung. Seine große Beliebtheit erreichte das Diadem im antiken Griechenland und besonders in Reim, wo goldene oder silberne Diademe getragen wurden, die Lorbeerkränze oder Kränze aus Olivenzweigen darstellten. Mit dem zunehmenden Einfluss des Christentums sank die Popularität der Diademe und stieg erst wieder gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Etwas hatte sich jedoch verändert. Wurde das Diadem vorher noch von Frau und Mann gerne getragen, galten Diademe nun hauptsächlich als Bestandteil der Schmuckkästchen der Frauen und viele der bekanntesten Diademe werden immer noch von ihnen getragen. Beliebt sind sie insbesondere bei der britischen Königsfamilie. Über eine Sammlung verfügen ebenfalls die Spanier, Schweden, Dänen, Holländer oder auch die griechische Königsfamilie.

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Etwas aus der Etikette

Obwohl Diademe im Besitz vieler gut situierter und mächtiger Familien waren, durften auch diese die Diademe nicht jederzeit tragen. Um das Diadem herum wurde eine Vielzahl an Regelungen geschaffen, die festlegen, wann ein Diadem getragen werden darf und wann nicht. Sogar noch im 20. Jahrhundert wurde in die Einladung zu gesellschaftlichen Ereignissen geschrieben, ob Diademe zum Dresscode gehörten, oder ob es besser sei, sie zu Hause zu lassen. Das Protokoll verbat den unverheirateten Frauen, ein Diadem zu tragen. Es auf auf einem öffentlichen Unterhaltungsplatz, wie lokale Tanzsäle oder Tanzplätze zu tragen, war genauso ein faux pas. Eine Frau trug ein Diadem erst bei ihrer eigenen Hochzeit als symbolische Krönung der Liebe. Heutzutage werden Diademe frei getragen, wie zum Beispiel bei Wettbewerben wie Miss-Wahlen, wo die Gewinnerinnen zu Schönheitsköniginnen gekrönt werden. Die Etikette schrieb sogar vor, wie ein Diadem getragen werden sollte. Seine Vorderseite sollte parallel zur Stirn liegen, sodass die sanfte Arbeit des Goldschmieds und die Anordnung der Edelsteine zum Ausdruck kommen. Dennoch wird ein Diadem schon seit längerer Zeit nicht mehr so getragen. Heutzutage wird der Reif weiter hinten platziert, sodass er in einem etwa 45° Winkel zur Stirn liegt.

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Woraus besteht ein Diadem?

Jedes Diadem besteht aus zwei Teilen. Den ersten Teil bildet der Reif, womit das Diadem auf dem Kopf gehalten wird. Dieser wird nicht selten aus Gold oder anderen teueren Edelmetallen hergestellt. Durchaus kann der Reif mit sanftem Samt umfasst werden, um den Tragekomfort zu erhöhen. Den zweiten Teil bilden häufig die Ornamente aus verschiedenen Mustern und Materialien, die sich deutlich vom Reif abheben und in Pomp und Pracht übertreffen. Die teuersten und schönsten Diademe sind häufig mit einigen zehn oder hunderten von Diamanten oder anderen Edelmetallen verziert.

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Die bekanntesten Diademe

Das Diadem ” Halo”

Dieses berühmte Diadem stellte die Firma Cartier 1936 für den Herzog von York her. Der Herzog schnekte es seiner Frau Elisabeth. Einige Zeit später wurde Albert, der Herzog von York, zum König Georg VI. und Elisabeth ging als “Queen Mum” in die Geschichte ein. Dieses wunderschöne Diadem schnekte sie ihrer Tochter, der heutigen britischen Königin Elisabeth II., zum 18. Geburtstag. Das gleiche Diadem trug Kate Middleton, die Herzogin von Cambridge, bei ihrer Hochzeit im Jahr 2011.

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Das Diadem von Kaiserin Josephine

Dieses Diadem bekam die Kaiserin Josephine von ihrem berühmten Mann Napoleon Bonaparte geschenkt. Das Besondere an dem Diadem sind die sieben handgeschnitzten Kameen. Das zentrale Kamee bildet Psyche und Amor, zwei Verliebte aus der altgriechischen Mythologie ab. Heute befindet sich das Diadem im Besitz des schwedischen Königshauses, in dem noch immer die Tradition der Hochzeitskrone existiert. Dort wurde das Diadem das einer Krone ähnlich sieht, zum traditionellen Hochzeitsschmuck, obwohl es nicht weiß ist.

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Das Rubin Diadem von Königin Anna-Maria

Das Diadem bildet einen Olivenzweig nach und ist mit taubenblutroten Rubinen besetzt. Diese Farbe zählt zu den begehrtesten roten Farbtönen für Rubine. Das Diadem gehört der griechischen Königsfamilie und befindet sich heutzutage im Besitz der Königin Anna-Maria, die derzeit in Großbritannien lebt. Formal wird sie zwar nicht mehr als Königin bezeichnet, da Griechenland nun eine parlamentarische Republik ist, doch manche Titel und so manches Vermögen sind ihr trotzdem geblieben – unter anderem auch das wunderschöne Diadem. Es gehört zu einem Schmuckset, das auch Ohrringe, Halskette sowie eine Brosche enthält.

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Das Kokoshnik Diadem

Kokoshnik ist eine traditionelle russiche Kopfbedeckung einer Frau. Im Jahr 1888 bekam die Prinzessin aus Wales, die spätere Königin Alexandra, ein Diadem in Form dieser Kopfbedeckung geschenkt. Sein Design gab sie selbst in Auftrag, weil ihr ein ähnlicher Schmuck gefiel, den ihre Schwester, die russiche Zarin Maria Feodorowna besaß. Das Diadem ist aus weißem und gelbem Gold gefertigt und mit Diamanten bestückt. Das Besondere ist, dass es ebenso als eine Halskette getragen werden kann. Durch Vererbung gelangte das Diadem zur heutigen Königin Elisabeth II., die es sehr oft und gerne trägt. Sie hat es schon bei vielen internationalen Besuchen und gesellschaftlichen Anlässen getragen.

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