Sie fragten sich bestimmt schon einmal, was der Wert “Karat” eigentlich bedeuten soll, der bei Gold und Goldgegenständen immer angegeben wird. Es war zwar bestimmt nicht schwer einzuschätzen, dass es etwas mit der Qualität des Goldes zu tun hat, denn wie Sie sicherlich schon wussten – je mehr Karat, desto teurer das Gold. Trotzdem wissen nur sehr wenige Menschen, wie es mit dem Karat tatsächlich in Wirklichkeit aussieht. Wie viel Karat kann Gold eigentlich haben? Welchen Anteil drückt ein Karat aus? In folgenden Zeilen soll der Karat näher durchgeleuchtet werden.

Die Bezeichnung “Karat” wendeten die Goldschmiede bereits in dem 19 Jahrhundert an. Damit wollten sie die Reinhiet von Gold, Goldjuwelen und anderen Gegenständen darstellen. Der Begriff “Karat” kam angeblich aus den Basaren der arabischen Antike. Sie hatten damit die Samen von Johannisbrotbaum bezeichnet. Jedenfalls sollte der Karat bei teuren Metallen nicht mit dem Karat von Edelsteinen verwechselt werden. Der Karat bei Edelsteinen bezeichnet die Einheit ihres Gewichts und nicht die Reinheit, die außerdem mit völlig anderen Werten ausgedrückt wird.

49005686 - jewelry, gold, precious stones on black background

Welche Varianten von Gold kennen wir also?

Zu den häufigsten Varianten von Gold gehören 24, 22, 18, 14 oder auch 9 Karat. Womit unterscheiden sie sich jedoch voneinander? Mit dem Anteil des Goldes, denn der größte Anteil, welcher bei 99,9% Gold liegt, besitzen Goldgegenstände mit 24 Karat. Dieser ist auch der maximale Wert. Jedoch ist es keine gewähnliche Angelegenheit, dass ein gewöhnlicher Mensch Goldschmuck mit 24 Karat besitzt, da Goldschmuck mit 24 Karat kaum genutzt werden kann.

Trotz seiner idealen Farbe und Plastizität würden Sie das Gold mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dem Juwelier wieder zurückbringen. Gold ist nämlich ein relativ weiches Material und ist ohne Zusatz von anderen Metallen für den Schmuck nicht geeignet. Das Gold wird sonst extrem schnell zerkratzt, die Einsetzung von teuren Edelsteinen ist in dem Fall sehr schwierig, da sie beim starken Stoß ausfallen könnten und bei größerem Druck könnte sich das Gold verbiegen oder sich deformieren.

Bildschirmfoto 2018-05-08 um 11.06.03

Technisch gesehen kann nur das 24 Karat Gold als das wahre Gold angesehen werden. Gold mit weniger Karat ist eine Legierung, da dabei andere Metalle eingerührt werden. Bei 22 Karat Gold ist der Anteil des Goldes immer noch hoch, wobei der Zusatzanteil nur minimal ist. Je weniger Karat das Gold hat, desto höher ist der Metallanteil. Gold verliert zwar an seinem Wert, ist aber somit für andere Zwecke besser geeignet. In Juweliergeschäften wird oft 9 oder 14, höchstens 18 Karat Gold empfohlen. Im Zusammenhang mit einem ausgewählten Zusatz eignete sich dieses Gold für die Herstellung von Schmuck einfach besser. Das Gold ist somit härter, fester und dauerhaft.

Anderer Ausdruck für die Goldreinheit

Die Anzahl von Karat kann man immer sehr genau an einem konkreten Zahlenwert umgerechnet werden, der in Prozenten oder mit einer Nummer in maximalen Wert von 1000 ausgedrückt ist (1000 = 24 Karat Gold). Das bedeutet, dass jedes 18 Karat Gold über den gleichen Anteil von Gold verfügt, wie auch die anderen. Wenn Sie Gold kaufen, dass laut dem Verkäufer 18 Karat hat, aber der Anteil von reinen Gold nur 65% ist, haben Sie kein 18 Karat Gold gekauft. Wie ist es also?

24 Karat = reines Gold (Minimum 99% des Metallanteils macht das Gold aus) = Anteil 999/000

22 Karat = 91,6% Gold = Reinheit 916/000

18 Karat = 75,0% Gold = Reinheit 750/000

14 Karat = 58,3% Gold = Reinheit 585/000

9 Karat = 37,5% Gold = Reinheit 375/000

Bildschirmfoto 2018-05-08 um 12.00.16

Wie erfahre ich, wieviel Karat hat mein Goldschmuck?

Sicher erfuhren Sie es bereits beim Einkauf. Außerdem wird die Reinheit des Goldes gewöhnlich mithilfe von Laser auf dem Schmuck eingraviert. Meistens geschieht dies durch eine unabhängige Behörde, die mit verschiedenen Methoden die Echtheit des Goldes festlegt. Im Jahr 1975 wurde die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen mithilfe eines Abkommens (International Hallmarking Convention) unterschrieben. Es wurde die Bezeichnung von Edelmetallen in allen Ländern festgestellt, die die Vereinbarung unterschrieben hatten. Es betraf nicht nur das Gold, sondern auch Silber und Platin. Laut der Vereinbarung sollte keine negarive Toleranz anerkannt werden. Dies bedeutet: Wenn die Reinheit des Goldes den Wert 749 beträgt, wird ihr die Note 750 nicht zugewiesen. Im Deutschland gilt das System der sogenannten Eigenpunzierung, d.h., dass Händler, Hersteller sowie Importeure das Abstempeln der eigenen Edelmetallprodukte selbst durchführen.