Eine Verlobung ohne den passenden Ring? Das scheint für Viele kaum vorstellbar. Doch woher stammt eigentlich die Tradition seinen Liebsten einen Ring als Heiratsversprechen zu überreichen? Und ab wann gehörte ein diamantenbesetzter Verlobungsring zum Standard?

Tatsächlich reicht die Tradition des Verlobungsringes weit in die Antike zurück. Bereits die alten Ägypter überreichten ihren Geliebten aus Binsen angefertigte Ringe denn der Kreis galt schon damals als Symbol für die Ewigkeit. Ursprünglich stammte die tatsächliche Tradition, einen Verlobungsring an die Braut zu verschenken, aber wahrscheinlich von den Griechen. Diese glaubten auch, dass sich im Ringfinger der linken Hand eine Vene (“Vena amoris” – die Liebesvene) befand, die direkt zum Herzen führen sollte. Somit wurde es üblich, den Verlobungsring an der linken Hand zu tragen. Zu Zeiten der Römer wurde es Brauch die Geliebte mit zwei Ringen zu beschenken. Einer bestand aus Eisen, der andere aus Gold. Der Goldene wurde von der Verlobten gewöhnlich in der Öffentlichkeit getragen, wohingegen sie den Eisernen im Haushalt bei der Hausarbeit trug.

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Ohne Diamant ist es nicht das Richtige?

Diamanten wurden (zumindest nach bewährten Quellen) erst im 15. Jahrhundert Teil de Verlobungsringes. Den Anstoß für diese Tradition lieferte der österreichische Erzherzog Maximilian im Jahr 1477. Er beglückte Maria von Burgund mit einem Verlobungsring, dessen besonderes Merkmal der aus kleinen Diamanten zusammengesetzte Buchstabe M ist. Beim damaligen Adel fand diese Idee großen Anklang und viele Nachahmer. Die Verwendung eines Diamanten hat aber auch eine symbolische Bedeutung, denn er soll für die Treue und Harmonie in einer Ehe stehen. Dennoch bleiben diamantenbesetzte Verlobungsringe ein Privileg der reichen Aristokraten und Könige.

 

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Doch das sollte nicht so bleiben. Den Ausgangspunkt für die zukünftige Massenvermarktung von Diamantringen bildete die Entdeckung der riesigen Diamantbergwerke in Südafrika und die Gründung des Unternehmens DeBeers Consolidated Mines in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf dem Markt erschienen nie zuvor gesehene Mengen an Diamanten. Somit wurden Diamanten auch für einen größeren Teil der Bevölkerung zugänglich. Allerdings geriet der Verkauf von Diamanten während der Weltwirtschaftskrise ins stocken. Um dennoch das Interesse der Bevölkerung für ihre Produkte zu wecken, setzte DeBeers gegen Ende der 30er Jahre auf geschicktes Marketing und engagierte die Werbeagentur N. W. Ayer & Son. So entstand der Slogan “A Diamond is Forever” – der Diamant als Zeichen der ewigen Liebe. Die Menschen begannen mit dem Verlobungsring bestimmte Erwartungen zu verknüpfen. Der Diamantring war nicht mehr nur länger ein Zeichen der Liebe, sondern auch ein Indikator des Gehaltes und der Position des Partners und für viele Frauen ein unentbehrlicher Bestandteil der Verlobung. Eine Ansicht, die durch die Filmindustrie in Hollywood zusätzlich unterstützt wurde.

 

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Die Kampagne funktionierte. Die Umsätze der verkauften Diamanten in der USA stiegen bis 1979 auf zwei Milliarden Dollar. Auch in Japan und China setzte sich die Tradition des diamantenbesetzten Verlobungsringes durch. Zusätzlich etablierte die Agentur N. W. Ayer & Son die ungeschriebene Regel, dass der Preis eines Verlobungsringes mit Diamant dem Monatsgehalt des Mannes entsprechen sollte. Später wurden daraus zwei und sogar drei Monatsgehälter. Aktuell bewegt sich der durchschnittliche Wert eines Verlobungsringes in den USA um die 4000 Dollar.

Heutzutage sind sich viele junge Leute allerdings einig, dass nicht der finanzielle Wert des Ringes die entscheidende Rolle spielt, sondern die Liebe, die der Mann in sein Geschenk und seine Geste hineinlegt. Deshalb werden Verlobungsringe in den verschiedensten Ausführungen und Materialien hergestellt, wobei auch andere Edelsteine wie Saphire oder Rubine ihre Verwendung finden.

Berühmte Verlobungsringe

Jeder Verlobungsring ist einzigartig und damit etwas Besonderes. Der eigene Ring ist dabei für jeden wahrscheinlich der wertvollste Verlobungsring auf der Welt. Doch einige Ringe schaffen es die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zu ziehen – sei es durch die Berühmtheit des Antragsstellenden oder wegen der einzigartigen Eigenschaften des Ringes. Doch welche sind die berühmtesten Verlobungsringe der Welt?

Der Saphir Ring von Prinzessin Diana und Kate Middleton

Zu den berühmtesten Verlobungsringen zählt wohl ohne Zweifel der Saphir-Ring von Diana Spencer. Er ist aus Weißgold angefertigt und mit einem ovalen 12-karätigen blauen Saphir versetzt, der von 14 miniaturartigen Diamanten umgeben wird. Viele wunderten sich damals über diese Auswahl, da der Ring im Gegensatz zur traditionellen Praxis nicht maßgeschnitten war. Prinzessin Diana hatte sich den Ring aus einer vorhandenen Kollektion bestellen lassen. Denselben Verlobungsring überreichte Prinz William 2010 seiner Kate. Mit dieser kleinen Geste wollte er sichergehen, dass auch seine Mutter an dem bedeutenden Moment teilhabe.

 

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Der Verlobungsring von Jackie Kennedy

1953 hielt John Frizgerald Kennedy, der jüngste Präsident in der Geschichte der USA, um die Hand von Jacqueline Bouver an. Er beschenkte seine Geliebte mit einem Ring aus der bekannten Firma Van Cleef & Arpels, einem Ring mit einem 2,84 Karat Smaragd und 2,88 Karat Diamant. Smaragd und Diamant werden von weiteren Diamanten im Marquise-Schnitt umrandet.

 

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Elizabeth Taylor und ihr dritter Verlobungsring

Elizabeth Taylor war für ihre Liebe zu Schmuck bekannt. Da sie bereits achtmal verheiratet war, ist anzunehmen, dass sie mehrere einzigartige Verlobungsringe besessen hat. Zu den Bekanntesten zählt wahrscheinlich der Ring von ihrem dritten Ehemann Mike Todd. Dieser Ring besteht aus einem etwa 30-karätigem Diamanten im Smaragdschliff. Taylor war von seiner Größe begeistert und bezeichnete ihn oftmals als ihre “Eislaufbahn”. Der vormals als “Krupp Diamant” bekannte Stein, erhielt nach ihrem Tod zu ihren Ehren die Bezeichnung “Elizabeth Taylor Diamant”.

 

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Der Ring von der Königin Elisabeth II.

Im Jahr 1947 schenkte Prinz Philip seiner Zukünftige zur Verlobung einen Ring aus Platin, in dem ein 3 Karat Diamant und zehn kleinere Diamanten eingesetzt waren (5 von jeder Seite). Der Ring gehört sicherlich nicht zu den größten Schmuckstücken in der Sammlung der britischen Königin. Dennoch zählt er zu den schönsten und elegantesten Ringen, mit einer interessanten Hintergrundgeschichte. Als Prinz Philip seine Mutter Alice von Battenberg wegen dem Verlobungsring um Rat bat, übergab sie ihm ihr Hochzeitsdiadem. Dieses Diadem hatte sie vom letzten russischem Zar, Nicolas II. und dessen Frau Alexandra für ihre Hochzeit erhalten. Prinz Philip ließ die Steine entfernen und in den Verlobungsring einsetzten. Der Ring hat damit einen hohen symbolischen Gehalt und gehört zu den Schmuckstücken, die Königin Elisabeth II. am häufigsten trägt.

 

 

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Der Verlobungsring von Grace Kelly

Grace Kelly befand sich am Höhepunkt ihrer Schauspielkariere, als sie im Jahr 1955 Fürst Rainer III. von Monaco auf einem Filmfestival in Cannes kennenlernte. Schon ein Jahr später heirateten beide. Gut 30 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Hochzeit damals gespannt. Der Verlobungsring, mit dem der Fürst um Kellys Hand anhielt, wurde von der Firma Cartier angefertigt. Es handelt sich dabei um einen Ring aus Platin, dessen zentrales Element ein 10-karätiger Diamant ist. Zwei kleinere Diamanten im Baguette-Schliff zieren die Seiten der Fassung.

 

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