Ein Sprichwort besagt: Menschen, die nicht viel über Diamanten wissen schauen auf die Größe, Kenner schauen auf die Farbe. Viele von euch werden schon einmal etwas vom „Hope Diamond“ gehört haben. Dabei handelt es sich um einen blauschimmernden Diamanten, der wohl der Bekannteste unter den Edelsteinen ist. Dieser ist mittlerweile zu sehen im Smithsonian Institution in Washington DC, nachdem der letzte Besitzer Harry Winston ihn, nach dem Tod von Evalyn Walsh McLean, ersteigerte und dem Museum schenkte. Der Stein hat eine Größe von 45,52 Karat und zählt damit zum größten tiefseeblauen Diamanten aller Zeiten. Ein weiterer sehr bekannter blauer Edelstein, ist der makellose 12-Karäter, namens „Blue Moon“. Verkauft wurde dieser Stein in Hongkong für sage und schreibe 48 Millionen Euro.

Das Diamanten in einem blauen Farbton gefunden werden ist eine äußerst seltene Situation. Blaue Diamanten gelten als absolute Raritäten und sind daher auch extrem gefragt – somit ist die Nachfrage höher als das derzeitige Angebot, weshalb die Preise pro Karat stetig steigen.

Die Entstehung eines blauen Diamanten bedarf einem sehr hohen Druck und Temperatur, weshalb blaue Diamanten im Gegensatz zu anders farbigen Edelsteinen nicht zwischen 150m – 200m, sondern bei mindestens 600m Tiefe und somit in der Lithosphäre gefunden werden . Diese entstehen auch durch eine größeren Anteil von Bor, statt ausschließlich nur Stickstoff. Je mehr Farbe auf einem Diamanten zu erkennen ist, ist damit zu begründen, dass Juwelen eine bestimmte Wellenlänge des Lichtspektrums reflektieren. Da Bor die blaue Wellenlänge des Lichtspektrums reflektiert, ist die Zusammensetzung damit eindeutig.

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Den Blauton wird in mehrere unterschiedliche Kategorien eingeordnet. Dabei kann man zwischen geradem Blau, Graublau, Violett-Blau, Grünblau und Tiefblau unterscheiden. Das wird abhängig von der Schattierung des Diamanten gemacht. Je stärker und tiefer der Blauton ist, umso mehr steigt der Marktwert an. Mittlerweile kann man von einem jährlichen Anstieg von bis zu 12 und 17 Prozent sprechen. Ebenfalls Einfluss nimmt die Art des Steines. Natürliche Steine haben grundsätzlich einen höheren Wert als künstlich hergestellte Juwelen.

Ein natürlicher blauer Edelstein kann z.B. Elektrizität leiten, was hingegen chemisch hergestellte Diamanten nicht können. Festgestellt wird die Natürlichkeit in einem professionellen und geprüften gemologischen Laborinstitut.

Meistens sind die reinen blauen Diamanten vom dem sogenannten Typ IIb. IIb hat die Bedeutung, dass sich nur sehr wenige bis gar keine Stickstoffverunreinigungen darin befinden.

In der Cullinan-Mine in Südafrika ist das meiste Aufkommen von blauen Diamanten jeher. Die Miene in der Nähe von Pretoria verbarg zudem nicht nur die meisten, sondern auch die interessantesten Rohdiamanten. Des Weiteren hatte man aber ebenso spannende Funde in den Mienen von Indien und Lesotho. Zur Weiterverarbeitung werden die meisten der Steine in Israel gebracht. Alles was über 3 Karat hinausgeht, wird meist nach New York oder den Antwerpen versandt um dort weiterverarbeitet zu werden.